Google Ads Strategy Registry
SOP – Ziel-ROAS-Tests in Google Ads
Google Ads Strategie
Stufenweises Anheben und Absenken des Ziel-ROAS bei „Conversion-Wert maximieren“.
Den Algorithmus durch stufenweises Anheben und Absenken des Ziel-ROAS langfristig auf höhere ROAS-Werte trainieren – mit realistischen, sicheren Fortschritten, bis die Kampagne ihre Maximalleistung erreicht.
Framework Explanation
Anwendungsbereich
- Primär: Kampagnen mit „Conversion-Wert maximieren“
- Sekundär: Konten, in denen klassische Hebel bereits gezogen wurden
- Voraussetzung: Gestaffelte und sinnvoll gewichtete Conversion-Werte (Conversion-Wert-Hierarchie)
- Kampagnen-Bündelung: 5–10 Kampagnen pro Testdurchlauf – nicht alle gleichzeitig
- Nicht geeignet für: Ad-hoc-Optimierungen – mehrere Monate Laufzeit
Strategische Begründung
Warum überhaupt mit Ziel-ROAS arbeiten?
Ohne Ziel-ROAS ist in „Conversion-Wert maximieren“ kaum noch eine Maximalleistung erreichbar. Bereits ein kleiner Ziel-ROAS unter dem realen ROAS führt in rund der Hälfte aller Tests zu besseren Conversion-Werten aus demselben Budget.
Was ist ROAS?
ROAS = Conversion-Wert ÷ Werbebudget × 100 %. Beispiel: 1.000 € Conversion-Wert bei 100 € Budget = ROAS von 1.000 %.
Warum kontinuierlich testen statt einmalig setzen?
Ein einmaliger, zu ambitionierter Ziel-ROAS überfordert den Algorithmus. Folge: Kampagne fährt Budget-Auslieferung auf Minimum herunter. Der Algorithmus muss in realistischen, stufenweisen Schritten trainiert werden.
Voraussetzung: Gewichtung der Conversion-Werte
Damit Maximieren der Conversion-Werte zu mehr Deals führt, ist die Gewichtung wichtig – nicht die absolute Höhe.
Beispielhafte Conversion-Wert-Gewichtung
| Conversion-Aktion | Conversion-Wert |
|---|---|
| Download Informationsbroschüre | 10 € |
| Buchung einer Beratung | 50 € |
| Marketing-Qualified Lead (z. B. HubSpot) | 500 € |
| Customer / Kauf (Hauptconversion) | 2.000 € (starker Ausschlag, deutlicher Abstand) |
Rahmenbedingungen
| Parameter | Vorgabe |
|---|---|
| Gebotsstrategie | „Conversion-Wert maximieren“ mit Ziel-ROAS |
| Startwert Ziel-ROAS | Niveau des aktuell erreichten realen ROAS (oder leicht darunter) |
| Stufenhöhe pro Erhöhung | 10–20 % vom Ausgangswert |
| Testturnus | 2 Wochen bis 2 Monate pro Stufe |
| Kampagnen-Bündelung | 5–10 Kampagnen pro Durchlauf |
| Wartezeit nach Rücksetzen | Mindestens 2 Wochen |
| Conversion-Wert-Setup | Gestaffelte Gewichtung mit starkem Ausschlag auf Hauptconversion |
| Gesamtlaufzeit | Mehrere Monate – langfristig angelegt |
Prozessablauf
Schritt 1 – Conversion-Wert-Gewichtung prüfen
- Aktuelle Werte und Staffelung sichten
- Hauptconversion deutlich höherer Ausschlag
- Bei keiner sinnvollen Gewichtung: Erst Setup anpassen
Schritt 2 – Ausgangslage dokumentieren
- Aktuellen realen ROAS pro Kampagne festhalten
- Liste der Testkampagnen erstellen (5–10 pro Durchlauf)
- Testturnus festlegen
Schritt 3 – Ersten Ziel-ROAS setzen
- Auf Niveau des aktuellen realen ROAS (oder leicht darunter)
- Nicht überambitioniert starten
- Setzungstag dokumentieren
Schritt 4 – Beobachtung über Testturnus
- Realen ROAS auswerten
- Budget-Auslieferung prüfen
- Conversion-Volumen gegenchecken
- Entscheidung: Ausgang 1 oder Ausgang 2
Schritt 5 – Iteration nach Entscheidungsbaum
Entscheidungsbaum
Ausgang 1 – Realer ROAS hat sich verbessert
- Aktion: Höheren Ziel-ROAS einsetzen (+10–20 % vom Ausgangswert)
- Wartezeit: 2 Wochen bis 2 Monate
- Bei weiterem Erfolg → noch höheren Ziel-ROAS → Ausgang 1 erneut
- Bei kein Erfolg → auf vorherigen erfolgreichen Wert zurück, 2 Wochen → in Ausgang 2
Ausgang 2 – Realer ROAS hat sich verschlechtert oder Budget-Auslieferung erlischt
- Aktion: Ziel-ROAS entfernen oder auf letzten erfolgreichen Wert zurück
- Wartezeit: Mindestens 2 Wochen
- Bei Erfolg → höheren Ziel-ROAS setzen (aber niedriger als der erfolglose) → in Ausgang 1
- Bei kein Erfolg → weitere 2 Wochen warten und Ausgang 2 erneut
Beispielverlauf
| Stufe | Ziel-ROAS | Ergebnis nach Lernphase | Nächste Aktion |
|---|---|---|---|
| Start | kein Ziel-ROAS | Realer ROAS bei 400 % | Ziel-ROAS auf 400 % |
| 1 | 400 % | Realer ROAS steigt auf 460 % | Ausgang 1 – auf 500 % (+20 %) |
| 2 | 500 % | Realer ROAS steigt auf 540 % | Ausgang 1 – auf 600 % |
| 3 | 600 % | Budget-Auslieferung wird eingeschränkt | Ausgang 2 – auf 500 % zurück |
| 4 | 500 % | Stabilisiert sich bei 540 % | Vorsichtig auf 550 % testen |
Qualitätskriterien
- Geduld einplanen: mehrere Monate
- Nie überambitioniert starten – Startwert auf realen ROAS, dann +10–20 %
- Conversion-Wert-Gewichtung als Fundament
- Kampagnen in Paketen: 5–10 pro Durchlauf
- Budget-Auslieferung als Frühindikator: sinkende Auslieferung = Ziel-ROAS zu hoch
- Dokumentation pro Stufe
- Plateau erkennen: Maximalleistung kann erreicht werden
Troubleshooting
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Budget-Auslieferung sinkt auf Minimum | Ziel-ROAS war zu ambitioniert – auf letzten erfolgreichen Wert zurück, 2 Wochen warten |
| ROAS steigt, aber Conversion-Volumen bricht ein | Conversion-Wert-Gewichtung prüfen – zu starker Ausschlag auf seltene Aktion? |
| Mehrere Kampagnen parallel – Zuordnung schwer | Auf Pakete von 5–10 begrenzen, klar dokumentieren |
| Nach erfolglosem Test direkt wieder höher | Mindestens 2 Wochen Wartezeit nach Rücksetzen einhalten |
| Kunde erwartet kurzfristige Steigerung | SOP nicht für Ad-hoc – Erwartungsmanagement zu Beginn |
| Erhöhung um 50 % oder mehr versucht | Auf 10–20 % pro Stufe begrenzen – größere Sprünge werden nicht stabil verarbeitet |